Anouk Ferez: Autorin & Texterin

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Heartche Trio

Liebe geht durch die Waden

Anouk Ferez

 

Taschenbuch, Softcover, 334 Seiten

 

Liebe hat verdammte Ähnlichkeit mit einem Krautwickel. Jegliches aufkeimende Gefühl schmiegt sich peu à peu, Schicht für Schicht, um einen grandiosen inneren Kern. Und auf jedem einzelnen Blatt stehen gemeinsame Erlebnisse, Empfindungen, Gespräche, Berührungen …

***

Vicky verliebt sich ausgerechnet beim Joggen. In Friedrich. Was für ein unmöglicher Name! Noch dazu ist der flotte Läufer mit der flaschengrünen Aura jenseits des Sportplatzes ein Jungmanager und hält Vorträge im versnobten Seminarhotel. Denkt sie. Zum Glück ist nicht alles Gold was glänzt und nicht alles „geschniegelt“, was dort so herumläuft...

Zusammen mit ihrer besten Freundin Joe, Elle (der frisch eingetroffenen französischen Austauschschülerin) und ihrem nervigen Bruder Vinz stürzt Vicky sich ins Kleinstadtambiente – was in allgemeines Frustfressen und Lollipop-Lyrik ausartet.

Kann man so gut kochen, dass am Ende jedem Liebe durch den Magen geht?, fragt sich Vicky. Doch wozu hat man schließlich eine Französin im Haus? Eines hat Vicky ganz bestimmt: eine große Motivationsquelle …

Leseprobe, Auszug aus dem 13.  Kapitel:

[...]

„Weißt du, was ich glaube?“ Joe mustert mich unter bis zum Anschlag zusammengezogenen Augenbrauen. „Du hast Schiss!“

Hey, wie kann sie das sagen? Habe ich nicht erst vor wenigen Minuten den bösen Drachen Borchert in seine Schranken verwiesen?

„Sieht so jemand aus, der Schiss hat?“, frage ich und baue mich – Schultern zurück, Brust raus, Popo bis zur Schmerzgrenze zusammengekniffen – vor meiner Freundin auf. Ich verzichte sogar aufs Atmen, bloß um diese An­spannung zu halten.

„Nö“, grinst Jo. „Du siehst eher aus wie ein Mädchen, das so rein gar keine Ähnlichkeit mit einer Prinzessin hat. Weder mit ›Prinzessin Handyfee‹ noch mit sonst irgendeiner Dame von Adel!“ Dabei zupft sie an meinem zuge­ge­benermaßen nicht mehr salon­feinen Pferdeschwanz herum. Voller Entrüstung werfe ich meinen Zopf mit meinen ebenfalls nicht salonfein manikürten Händen hinter die Schultern. Mit dem zweifelhaften Erfolg, dass Elle sich jetzt auch noch einmischt: „Sind wir einmal vraiment ährlisch, Joe“, verlangt sie. „Vicky sieht momentan nischt mal sondärlisch wie einä Mädschen aus!“

Autsch, das hat gesessen!

„So darf sie ihm das Ändy jedenfalls nischt zurückgeben, n’est-ce pas?“

Beifall heischend schaut Elle Joe an, die ihr auch noch eifrig zupflichtet: „Das ist deine Chance Vicky! Du hältst mit dem Teil quasi sein Leben in der Hand. Da muss er mit dir sprechen, ob er will oder nicht. Und du möchtest ihn doch auch am Wickel haben, wenn du das Ding wieder rausgerückt hast. Du willst, dass er dir freiwillig aus der Hand frisst, besser noch, dass er dich anruft, dass er Sehnsucht nach dir hat. Wie soll das bitteschön in dieser Aufmachung gehen?“ Zur Untermalung hält sie mir auch noch den Schnappschuss unter die Nase, den sie soeben von mir gemacht hat. Na bravo!

Bisher begegnete ich der­artigen Spontanaufnahmen mit einer gewissen Be­lustigung. Nun aber glotzt mich ein kartoffelnasiges, glänzendes Gesicht an – meins! – und ver­schiebt derlei Fotografien umgehend in die Kategorie ›Alb­traum‹. Die rotgeränderten Augen, die mich links und rechts einer klaftertiefen Zor­nesfalte über einem kräftigen Nasenwurzel anstarren, sprechen leider eine klare Sprache. Alles zeugt davon, dass leider nicht nur der ›böse Winkel‹ und die ›ungünstige Belichtung‹ Schuld an diesem optischen Desaster tragen. Ent­schlossen krame ich meine Schirmmütze aus den Tiefen meiner Tasche hervor und ziehe sie mir tief in die Stirn. Voilà: Problem gelöst!

Ebenso entschlossen zieht Joe das Käppi wieder von meinem Kopf und das Problem nimmt seinen Lauf. Aber so richtig.  Drei Mädchen vor einem Toilet­ten­spiegel, lauter konträre Meinungen, und Elles reichlich bestückte Kosme­tiktasche: Das nenne ich ein echtes Dilemma!               
Während Joe, die Minimalistin, ›nur‹ auf eine Matte Base, Flüssigfoun­da­tion, ein wenig losen Puder, etwas Rouge, Kajal, Lidgrundierung, Mascara, Au­genbrauenfiller und einen Hauch Lippenstift besteht, beharrt Elle, die Perfektionistin, zudem auf klassische Smokey Eyes, künstliche Wimpern, Augenbrauenpomade, Highlighter und Bronze­ner.

Uff! Gibt’s die ganze Tünche auch in wasserfest?    
„Das Zeug läuft schneller als ich“, brumme ich mit einem Blick auf Elles sünd­haft teuren Wimpernbooster in der schmucken Dior-Kartusche.           
„Du ast doch niiiischt etwa vor gleisch zu rännen?“, flötet Elle mit mahnendem Blick, während sie mit Hilfe des patentierten Bürstchens die nachtschwar­ze Textur mit kleinen Zickzack-Bewegungen in meine spärliche Augenbehaa-rung einarbeitet.         


Als die beiden Mädels ihre aufwendigen Malerarbeiten an meinem Gesicht be­endet haben, sehe ich toll aus. Ich weise keinerlei Ähnlichkeit mehr zu mir selbst auf – und das ist gleichbedeutend mit ›hübsch‹. Meine wundersame Transformation gleicht der des Michael Jackson, und wenn ich mein neues Spiegelbild einer genaueren Betrachtung unterziehe, ist dieser Vergleich generell nicht ganz von der Hand zu weisen. Musste Joe denn so viel schwar­zen Kajal auf mein Unterlied schmieren? Und warum hat mir Elle diese helle Elfenbein­grundierung wie Pudding ins Gesicht geschmiert?

„Warte nur, bis wir in einer Stunde die Papilotten lösen!“ In der Stimme meiner Freundinnen schwingt echte Vorfreude mit.              
In einer Stunde? Da wollte ich bereits fünfzehn meiner zwanzig Runden been­det und das Handy längst abgegeben haben!            
Mit einem resignierten Seufzer lasse ich mich neben Joe auf einer Bank im Schatten nieder, während Elle allein Richtung Innenstadt tingelt.   

Langsam aber sicher beginnt meine Kopfhaut unter der immensen Spannung zu leiden. Autsch, mein armer Skalp! Die Indianer hatten’s gut gegen mich, denen wurde im schlimmsten Fall bloß die Skalplocke rausgeschnitten. Mir armer Wurst hingegen drehten die, die sich ›Freundinnen‹ nennen, lauter wurm­artige Wickler in meine Spaghettihaare. Und das voll fest! Bockmist, das brennt und ziept wie der Teufel und ich habe sicher schon Chinesenaugen bei den Zugkräften!             
„Wer schön sein will, muss leiden“, grinst Joe. Als ob sie das jemals müsste! „Was weißt du schon davon“, murre ich. „Was brauchst du bei deiner kupferroten Lockenpracht schon groß zu machen?“            
„Der war gut!“, lacht Joe. „Hast du etwa im Ernst geglaubt, meine Schiller­locken wären echt?!“   
„Äh, ja.“ Himmel, bin ich etwa zu naiv?        

 

[...]

*

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